BRIEF #141
Liebe S., ‚Bitte bleib noch‘ soll heißen: Am Leben. Dein A.

Liebe S.,
ein Strandlokal mit Blick auf‘s Meer. Nur meine beiden Mädchen und ich.
Sommer. Ferien. Sommerferien. Alles könnte gut sein.
Aber mir wird von einer Sekunde auf die andere so schwindelig und schlecht wie in der Nacht zuvor. Aus inniger Furcht, es könnte etwas Ernstes sein, entscheide ich mich, um Hilfe zu bitten. Meine Töchter erleichtert das in ihrer großen Beunruhigung. ‚Bitte bleib noch‘ soll heißen: Am Leben.
Die Rettungssanitäter nehmen uns mit. Mein Blutdruck ist durch die Decke. Ausgetrocknet. Kreislaufschwäche. Und Unruhe.
Nach 3 Stunden im Krankenhaus beschließen wir, den Nachmittag als Ferienabenteuer zu verbuchen.
Sinnigerweise hatte ich zwei Tage zuvor mit der aufgewühlten Raucherei zwischen zwei Sommern aufgehört. Es kann also nur besser werden.
Auf dem letzten Päckchen war statt einer Warnung ein Appell zu lesen: Das Rauchen aufgeben – für Ihre Liebsten weiterleben.
Alles ist wieder in Ordnung. Ich pass auf mich auf.
Dein A.
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