Aktuelle Projekte

theblondproject

Von 2019 bis mindestens 2021 befragen wir unter www.theblondproject.net die Absurditäten der Geschlechterklischees und dementsprechender Lebensmodelle und suchen nach dem Ausweg.
Wie sind die Machtverhältnisse, was ist mit diesem Pay-Gap und warum färben sich immer noch 60% aller Frauen und nur einige wenige Männer blond?
Seit Oktober 2019 bis zum Lockdown März 2020 spielten wir am Casino/Burgtheater Wien und bereiten jetzt unsere zweite Produktion vor: Making of Blond, Tischlerei, Deutscher Oper, Berlin. Wie werden wir gemacht, wie entwerfen wir uns selbst und wie könnte eine Zukunftsperspektive aussehen, die neue Geschlechter- und Lebensmodelle durchsetzt?
Gef. In der Doppelpassförderung der Bundeskulturstiftung

Achtung! Wir gehen auf die Strasse! Für 48h Neuköln
schicken wir eine Avatarin ins Rennen um Galerien, Schaufenster und die Kunst auf der Strasse, auf den Plätzen, zwischen Spätis, Dönerbuden und diesen ganzen Friseurläden. Können wir per Avatar Kunst schauen, befragen, verstehen, machen? 20. Juni, 2020

Echt? Ursendung voraussichtlich 17.7.2020 RBB, Hörspiel
Eine Autorenproduktion von Danckwart/KĂĽhlein, mit Anne Ratte-Polle, Judith Rosmair, Danckwart und der Liedertafel Bianca Castafiore

Mit Echt?theblondproject steigen wir in die Niederungen der Geschlechterverzweiflung. Blond? Blond geht uns alle an. Sie, ihn, es. Die Bilder im Kopf, die Stereotype wie Mann und Frau zu sein haben, das dichotomische Weltbild, blond braun, weiss schwarz, oben unten, ist wirkungsmächtig. Warum? Warum klebt die Macht und das Geld so beharrlich in diesem Konzept an denen die oben sind und die sind meist weiss und männlich oder verhalten sich so. Echt? Spiegelt die Ăśberraschung einer Generation wieder. Wir sind doch mal ganz anders gestartet, wir hatten doch Ideale und gemeinsame Utopien und jetzt finden sich die einen als Alleinerziehende ausgebootet und die anderen kämpfen immer noch um die Macht. Dieser Kampf wird im Laufe des Lebens durchaus anstrengender. Ein Chor befragt sich und uns. Drei Frauenstimmen kreiseln um den Ausgang aus dem Bilderkanal, und verlaufen sich dabei in neuen Fallstricken.

PEEPING TOWN eine berlin-globale Reihe von CHEZ COMPANY

„Es ist der Blick des Flaneurs, dessen Lebensform die kommende trostlose des Großstadtmenschen noch mit einem versöhnenden Schimmer umspielt. […] Die Menge ist der Schleier, durch den hindurch dem Flaneur die gewohnte Stadt als Phantasmagorie winkt. In ihr ist sie bald Landschaft , bald Stube.“ Walter Benjamin

„Never walk alone. Go by Avatar.“ Gesine Danckwart

Chez Company stellt sich den Veränderungen unserer Lebenswelten durch die technisch-sozialen Revolutio- nen unserer Zeit: World Wide Web, Big Data, das Smartphone im Kopf. Im Zentrum unserer digitalen Per- formance-Projekte steht das interaktive Spiel mit menschlichen Avataren – verdichtet mit theatralen Mitteln, Texten, Schauspielern. FĂĽr Peeping Town entwickeln wir ein globales Netzwerk von urbanen Geschichten. Kurz nach Feierabend beginnt in einer Berliner Bar ein  menschlicher Avatar seine Reise durch die Stadt – ein Performer mit einer von uns entwickelten Minitechnikeinheit, die seine Perspektive per Kamerabild live ins Internet streamt, weltweit natĂĽrlich. Die Route und der Charakter des Avatars sind gescripted, mehrfach durchlebt und erprobt, aber o en fĂĽr neue Anweisungen. User / Zuschauer können den Weg durch das nächtliche Berlin verfolgen, die Begegnungen des Avatars steuern, ihm Texte und Anweisungen per Live-Chat einflĂĽstern. Dramaturgisch orientiert sich die Erzählung des Avatars an Edgar Allan Poes „ a Man of the Crowd“. Wie sein Protagonist beobachtet der Avatar die Menge auf dem abendlichen Weg vom BĂĽro nach Hause oder in die Kneipe, analysiert mit einem soziologischen Blick die verschiedenen Menschengruppen, die in der Rush Hour die Stadt bevölkern. Plötzlich fesselt ein Mann in der Menge seinen Blick, er beschlieĂźt seinem Geheimnis auf die Spur zu kommen und folgt ihm durch die Nacht. Jeweils zur gleichen Zeit, in einer anderen Stadt, startet ein weiterer Avatar und durchläuft dieselbe Geschichte. Wir schalten zunächst ZĂĽrich, dann Kisangani, Peking und schlieĂźlich Bogotá dazu. In vier Episoden erzählen wir den Lauf durch das nächtliche Berlin, die Stadt, die Menschen und ihren globalen Pendants, um die unterschiedlichen und sich wandelnden Erfahrungen schlieĂźlich – im Finale – zu einem 24-stĂĽndigen Panorama der GroĂźstadtnächte ĂĽber sämtliche Zeitzonen zusammenzufĂĽgen, ähnlich wie Jim Jarmush es im Kult lm „Night on Earth“ gezeichnet hat.

Die manische Beobachtungssehnsucht, der lebensdürstende Voyeurismus, die Suche nach dem anderen, die Verlorenheit im Moloch, die Verlorenheit im Ich, sind Antriebsfeder und – wie wir behaupten – Kern unserer modernen Welterfahrung. Während bei Poe das Verhältnis des Einzelnen zur Menge noch durch die Erfahrung der Anonymität während der fortschreitenden Urbanisierung im 19. Jahrhundert geprägt war, hat sich dieses über die Möglichkeiten der digitalen Vernetzung zu Beginn des aktuellen Jahrhunderts noch einmal grundlegend verändert. Mit dem Stream einer endlosen Nacht, aus der jeweiligen Ich-Perspektive der Avatare, der global-fernen und nahen Großstadtflaneure, die Impulse und Ideen von den Usern / Zuschauern weltweit verkörpern, unternimmt Peeping Town den Versuch dieses Verhältnis zur Menge im digitalen Zeit- alter neu zu erkunden. Die User / Zuschauer können weltweit am Projekt von einem eigenen Gerät oder aus von uns entwickelten mobilen Boxen teilnehmen, die wir in Theaterfoyers und Bars, in Goetheinstituten und Kiosken deponieren und die Verbindung vom ganz realen öffentlichen Raum wieder zurück in den digitalen herstellen.

Peeping Town wird entwickelt von Gesine Danckwart, Cao Kefei und Eva-Maria Bertschy, ist eine Produkti on von Chez Company in Zusammenarbeit mit HAU – Hebbel am Ufer Berlin, Mapa Teatro Bogotá, studios kabako Kisangani, Theaterhaus Gessnerallee Zürich, 3Q GmbH, dem Innovationszentrum für Mobilität und gesellschaftlichen Wandel (InnoZ) und RBB. Es wird unterstützt vom Goetheinstitut.